Sie geben ihrer Region ein Gesicht und sichern das kulturelle Angebot für die Bürger im Land: die nichtstaatlichen Museen. Der Lotto-Museumspreis wird jährlich vergeben und fördert herausragende Museumsarbeit mit insgesamt 25.000 Euro.

Lotto-Museumspreis an Pfahlbaumuseum verliehen

Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ist Sieger der vierten Auflage des Lotto-Museumspreises Baden-Württemberg. Geschäftsführer Georg Wacker übergab am Samstag (10. November) zusammen mit Museumsverbands-Präsident Jan Merk den mit 20.000 Euro dotierten Preis. Bei der Feier in der Bodenseegemeinde erhielt das Jüdische Museum Gailingen einen Extra-Preis in Höhe von 5.000 Euro.

„Die Macher des Pfahlbaumuseums leisten seit vielen Jahrzehnten hervorragende Arbeit. Sie ruhen sich nicht auf ihrem Erfolg aus, sondern setzen immer wieder interessante neue Akzente. Das ist eine beeindruckende Leistung, die wir gerne mit unserem Museumspreis ehren“, gratulierte Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker den Verantwortlichen, darunter Museumsdirektor Professor Gunter Schöbel und Jochen Haaga, Vorsitzender des Vereins für Pfahlbau und Heimatkunde.

Der Lotto-Museumspreis wird in Kooperation mit dem Museumsverband Baden-Württemberg vergeben. „In Unteruhldingen wird alles dafür getan, der Öffentlichkeit die neuesten Erkenntnisse der Archäologie zugänglich zu machen. Die Macher scheuen sich auch nicht davor, ihr Museumskonzept regelmäßig zu hinterfragen und anzupassen“, betonte Jan Merk, Präsident des Museumsverbandes Baden-Württemberg.

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

In ihrer Laudatio stellte Jurorin Martina Meyr, Vizepräsidentin des Museumsverbandes Baden-Württemberg, heraus: „Das Pfahlbaumuseum ist in einzigartiger Weise in der Bevölkerung verankert. Es ist seit seiner Gründung 1922 vereinsgetragen und finanziert sich ausschließlich durch Einnahmen und Mitgliedsbeiträge.“ Meyr beleuchtete auch den kritischen Umgang des Museums mit seiner Geschichte, insbesondere der NS-Zeit: „Dies weder zu verdrängen oder gar zu verschweigen ist auch heute noch nicht für alle Kollegen selbstverständlich. In Unteruhldingen wird offen über die völkische Ausrichtung der Museumsinhalte damals gesprochen – und gehandelt.“ Auch in Sachen Museumspädagogik sei das Pfahlbaumuseum stets einer der Pioniere im Land. Der bekannte Fernseh-Kultur-Journalist Markus Brock – ebenfalls Mitglied der Wettbewerbsjury – moderierte die Verleihung.

Pfahlbaummuseum - Foto Schellinger

Extra-Preis für Jüdisches Museum Gailingen

Neben dem Pfahlbaumuseum erhielt das Jüdische Museum Gailingen einen Extra-Preis in Höhe von 5.000 Euro. Dieser Preis soll das Engagement kleinerer Museen würdigen, die in ausgewählten Bereichen Außergewöhnliches leisten. In seiner Laudatio betonte Museumsverbands-Präsident Jan Merk: „Mit Kenntnisreichtum und Fingerspitzengefühl widmet sich das Museum ehrenamtlich dem wenig bekannten jüdischen Landleben in Baden. Zu jeder Zeit und gerade auch gegenwärtig ist die Beschäftigung mit unserer jüdischen Geschichte wichtig und wertvoll.“

Zum Lotto-Museumspreis

Der Lotto-Museumspreis wird seit 2015 jährlich vergeben. Als Wettbewerb für die nicht-staatlichen Museen im Land zeichnet er herausragende Arbeit von Museen in kommunaler oder privater Trägerschaft aus. Damit richtet er den Fokus auf das, was abseits der großen Ausstellungen tagtäglich in den Regionen geleistet wird. Bei der Premiere war das Ravensburger Museum Humpis-Quartier erfolgreich, 2016 das Polizeimuseum Stuttgart und im vergangenen Jahr das Schauwerk Sindelfingen. An der vierten Auflage nahmen 50 Museen aus ganz Baden-Württemberg teil. Anlässlich der Preisverleihung spendete Lotto Baden-Württemberg allen Besuchern des Pfahlbaumuseums am 10. November freien Eintritt.

Lotto: Förderer der Kultur

Lotto Baden-Württemberg trägt seit vielen Jahren über den Wettmittelfonds des Landes dazu bei, das kulturelle Engagement und die Museumslandschaft zu unterstützen. 2018 fließen über 33 Millionen Euro in diesen Bereich. Gefördert werden unter anderem Maßnahmen zum Erhalt der Sammlungsobjekte von Museen in nichtstaatlicher Trägerschaft. Von den Lotterieerträgen profitieren auch die sieben regionalen Freilichtmuseen Baden-Württembergs. Diese Mittel werden von der Landesstelle für Museumsbetreuung verwaltet.

Museumsverband Baden-Württemberg

Der Museumsverband Baden-Württemberg e.V. ist der Fachverband und die Interessenvertretung der vielen kommunalen, staatlichen, privaten und vereinsgeführten Museen im Land. Durch Tagungen, Publikationen und Projekte fördert er den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit der Museen. Zugleich vertritt er die Interessen seiner Mitglieder in Öffentlichkeit und Politik und ist das Forum für die Zukunftsentwicklung des Museumswesens in Baden-Württemberg.

Jury und Entscheidungskriterien

Die Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die die Preisträger ermitteln.
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Rückblick

Lotto-Museumspreis 2017 in Sindelfingen verliehen - Das SCHAUWERK Sindelfingen war Sieger bei der dritten Auflage des Lotto-Museumspreises Baden-Württemberg.
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Museumsverband

Der Museumsverband Baden-Württemberg e.V. ist der Fachverband und die Interessenvertretung der Museen im Land. Durch Tagungen, Publikationen und Projekte fördert er den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit der Museen. Zugleich vertritt er die Interessen seiner Mitglieder in Öffentlichkeit und Politik und ist das Forum für die Zukunftsentwicklung des Museumswesens in Baden-Württemberg.
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