Polizeimuseum Stuttgart gewinnt landesweiten Lotto-Museumspreis

Das Polizeimuseum Stuttgart ist Sieger bei der zweiten Auflage des Lotto-Museumspreises Baden-Württemberg. Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk übergab zusammen mit Museumsverbands-Präsident Jan Merk den mit 20.000 Euro dotierten Preis am Samstag (10. Dezember) bei einer feierlichen Veranstaltung vor Ort. Das Kinder- und Jugendmuseum Donaueschingen erhielt einen Extra-Preis in Höhe von 5.000 Euro.

„In der Kombination aus echten Beweismitteln und historischen Film- und Tondokumenten ist mehr als ein Stück Stadtgeschichte Stuttgarts entstanden. Das Wirken der Kommissare und Streifenpolizisten wird authentisch dargestellt. Hier greift ein Konzept, das bundesweit vorbildlich ist“, gratulierte Lotto-Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk den Machern des Museums, darunter Michael Kühner, Vorsitzender des Polizeihistorischen Vereins Stuttgart. „Mit dem Wettbewerb möchten wir auch zukünftig engagierte Museumsarbeit belohnen und Zeichen setzen. So wollen wir den Museen zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen – gerade abseits der großen Ausstellungen“, hob die Lotto-Chefin hervor.

Der Lotto-Museumspreis wird in Kooperation mit dem Museumsverband Baden-Württemberg vergeben. „Das Polizeimuseum greift eine komplexe, hochaktuelle Fragestellung gekonnt auf“, so Museumsverbands-Präsident Jan Merk bei der Übergabe, „und das ist für uns als Museumsverband, der dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern kann, sehr wichtig. Als Interessenvertretung der Museen im Land wollen wir beides deutlich machen: dass Museen unser aller kulturelles Erbe in seiner ganzen Vielfalt bewahren – und dass sie auf dieser Basis zugleich wichtige Impulse für die Gestaltung unserer Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft setzen.“

In ihrer Laudatio stellte die Jurorin Dr. Anja Dauschek den selbstkritischen Blick des Museums in Kombination mit einem interessanten Sammlungskonzept heraus. „Die Macher arbeiteten mit dem eher kühlen Blick von Historikern, durchforsteten Archive und suchten aussagekräftige Exponate. Gleichzeitig waren und sind sie Zeitzeugen, denn die Polizeigeschichte seit den 1970er-Jahren ist für viele zugleich die eigene Berufslaufbahn.“ Sie hätten dabei nicht nur ihren Berufsstand kritisch reflektieren, sondern sich auch mit ihrer eigenen Biografie auseinandersetzen müssen. „Das ist nicht selbstverständlich, sondern erfordert ein hohes Maß an Professionalität“, so die Jurorin.

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski und Innenstaatssekretär Martin Jäger hoben in ihren Grußworten die große Bedeutung der Museumsarbeit hervor. „Mit dem Polizeimuseum Stuttgart wird ein Museum ausgezeichnet, das sich einem außergewöhnlichen, aber zugleich wichtigen Thema widmet. Es zeigt, dass Museen nicht nur Orte der Begegnung und des Austauschs für Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen sind, sondern dass sie auch die Geschichte unseres alltäglichen Lebens reflektieren und auf besondere Weise sichtbar machen können. Kritisch, informativ, unterhaltsam und nicht immer im Sinne des Mainstreams“, sagte Kunststaatssekretärin Olschowski. Der bekannte Fernseh-Kultur-Journalist Markus Brock moderierte die Verleihung, an der auch Stuttgarts Polizeivizepräsident Norbert Walz und Prof. Eckart Köhne, der Präsident des Deutschen Museumsbundes teilnahmen.

Extra-Preis für Kinder- und Jugendmuseum Donaueschingen

Neben dem Polizeimuseum erhielt das Kinder- und Jugendmuseum Donaueschingen einen Extra-Preis in Höhe von 5.000 Euro. Dieser Preis soll insbesondere das Engagement kleinerer Museen würdigen, die in ausgewählten Bereichen Außergewöhnliches leisten. In ihrer Laudatio betonte Jurymitglied Martina Meyr, Vizepräsidentin des baden-württembergischen Museumsverbands: „In Donaueschingen treffen die jungen Besucher auf spannende Mit-mach-Exponate, die naturwissenschaftliche Phänomene darstellen. Moderne innovative Technik gibt es hier zum Anfassen, Workshops lassen dem Erfindergeist freien Raum.“ Sie würdigte das durchgängig auf Kinder und Jugendliche bezogene Konzept mit dem ökologischen Ansatz. Es sei nicht selbstverständlich, das Umweltthema in den Mittelpunkt eines Museums zu rücken.

Erneut große Resonanz auf Museumsseite

Mit dem landesweiten Lotto-Museumspreis soll engagierte Museumsarbeit belohnt werden, die oft von großem ehrenamtlichen Engagement getragen wird. Einmal jährlich werden Beispiele für herausragende Ausstellungskonzepte, Neuinszenierungen, gelungene Kooperationen oder museumspädagogische Angebote in nichtstaatlichen Museen ausgezeichnet. Die Resonanz auf die zweite Auflage des Wettbewerbs war erneut groß: 63 Museen aus dem Land nahmen daran teil. Anlässlich der Auszeichnung spendete Lotto Baden-Württemberg allen Besuchern des Polizeimuseums am Samstag freien Eintritt. Bei der Premiere 2016 war das Ravensburger Museum Humpis-Quartier erfolgreich. Der nächste Ausschreibungszeitraum zum Lotto-Museumspreis ist von Mai bis Ende Juli 2017 geplant. Lotto Baden-Württemberg trägt seit vielen Jahren über den Wettmittelfonds des Landes dazu bei, das kulturelle Engagement und die Museumslandschaft zu fördern. 2016 beläuft sich die Summe zur Unterstützung von Kunst und Kultur auf 33,3 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch die Förderung von Maßnahmen zum Erhalt der Sammlungsobjekte von Museen in nichtstaatlicher Trägerschaft. Insbesondere werden dadurch die Gebäudeversetzungen und Instandhaltungsmaßnahmen in den sieben regionalen Freilichtmuseen Baden-Württembergs durch Lotteriemittel finanziert. Diese Mittel werden von der Landesstelle für Museumsbetreuung verwaltet. Dabei steht sie in engem Kontakt mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Museumsverband Baden-Württemberg

Der Museumsverband Baden-Württemberg e.V. ist der Fachverband und die Interessenvertretung der vielen kommunalen, staatlichen, privaten und vereinsgeführten Museen im Land. Durch Tagungen, Publikationen und Projekte fördert er den wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit der Museen. Zugleich vertritt er die Interessen seiner Mitglieder in Öffentlichkeit und Politik und ist das Forum für die Zukunftsentwicklung des Museumswesens in Baden-Württemberg.

Jury

Die Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die die Preisträger ermitteln.
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Rückblick

Erster Lotto-Museumspreis in Ravensburg verliehen - Das Museum Humpis-Quartier ist Sieger bei der Erstauflage des Lotto-Museumspreises Baden-Württemberg.
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