Besondere Ausflugsziele: Dem Glück im Südwesten auf der Spur
26.03.2026
Bei Sonnenschein und immer milderen Temperaturen steigt die Lust auf einen Tagesausflug oder Wochenendtrip. Wieso immer in die Ferne schweifen, wenn das Schöne auch so nah liegt? In der „Glücksorte“-Buchreihe vom Droste-Verlag gibt es zu verschiedenen Städten und Regionen im Südwesten ausgewählte Tipps für Erlebnisse und Orte, deren Besuch glücklich macht. Lotto Baden-Württemberg stellt eine Auswahl vor.
Der Hans-im-Glück-Brunnen in Stuttgart
Nach sieben Jahren harter Arbeit erhält Hans seinen Lohn. Doch auf dem Nachhauseweg tauscht er seine Besitztümer immer wieder gegen vermeintlich wertvollere Gegenstände ein. Bis er letztendlich zu Hause ankommt, hat er nichts mehr. Aber er ist glücklich. Dieses Märchen der Gebrüder Grimm entführt zurück in schöne Stunden der Kindheit. Der Hans-im-Glück-Brunnen in Stuttgart erzählt auf sechs Bronzemedaillons genau diese Erlebnisse und beweist: Man kann auch ohne viel Besitz glücklich sein, wenn Geist und Körper in wohltuendem Einklang sind. Ein Blick auf den Brunnen, der auch einen Bauernjungen mit einem goldenen Schwein und sechs kleinen Enten zeigt, holt mental genau dieses Gefühl hervor. Der über den Figuren kunstvoll gewölbte schmiedeeiserne Baldachin, aus dessen Spitze ein vierblättriges Kleeblatt emporragt, zeugt von Geborgenheit. Gefertigt wurde das Kunstwerk von Josef Zeitler. Am 12. Mai 1909 wurde der Brunnen als krönender Abschluss der damaligen Altstadtsanierung eingeweiht. Um den Brunnen lädt das Ausgehviertel in der Stuttgarter Altstadt zu unvergesslichen Abenden ein.
Gekürzter Auszug aus „Blaue Glücksorte in und um Stuttgart“ von Andrea Rodat
Die Prädikatenbibliothen in Isny
Die alte Reichsstadt Isny im württembergischen Allgäu ist ein besonders hübsches Kleinstadtjuwel. Unweit von Schloss Isny, dem einstigen Benediktinerkloster inmitten der Stadt, gibt es einen atemberaubenden Glücksort, einen sensationellen Schatz: die Prädikantenbibliothek – gut verborgen über der Sakristei. Man muss sich schon ziemlich weit bis zur nördlichen Chorwand in die Nikolaikirche vorwagen, um auf die kleine handgeschmiedete Eingangstür dieser Kostbarkeit zu stoßen. Dahinter führt eine steile Treppe durch einen sehr schmalen Gang hinauf. Und schon steht man in der Studierstube des Predigers, wie sie 1475 eingerichtet worden ist. Von großen Folianten bis zum niedlich-handlichen Exemplar, mehr als 2.000 Schriften in 1.200 Bänden – jahrhundertealt. Sogar eine Gesamtausgabe von Reformator Martin Luther ist dabei, wie auch Schriften von Theologe Huldrych Zwingli, dessen Einfluss das protestantisch gewordene Isny besonders prägte. Doch auch medizinische, juristische, historische und geografische Werke gibt es dort. Umgeben von so viel Geschichte meint so manche Besucherin und mancher Besucher, den Atem derselben zu spüren. Doch was hier so muffig anmutet, rührt von den vielen Hopfenblüten her, die verstreut hinter allen Büchern liegen und wie eine natürliche Klimaanlage die Feuchtigkeit im Raum regulieren.
Gekürzter Auszug aus „Glücksorte im Allgäu“ von Andrea und Harald Hesse
Der Botanische Garten in Freiburg
Da! Gut versteckt unter einem Seerosenblatt sitzt einer. Und weiter links, direkt bei der Blüte, ein ganz kleiner. Nein, sogar zwei! Frösche gibt es unzählige in den Teichen des Botanischen Gartens in Freiburg. Aber auch Schlammspringer, Schildkröten und Schmetterlinge lassen sich beim Hüpfen, Schwimmen und Flattern beobachten. Daneben kann man im Schatten hoher Bäume vor allem in den Sommermonaten prima relaxen, ins Grüne blicken und dem Vogelgezwitscher lauschen. Der zur Freiburger Universität gehörende Park ist eine vielfältige Oase mitten in der Stadt. Bei jedem Besuch lassen sich neue Pflanzen entdecken. Wer kein Problem mit hohen Temperaturen und noch höherer Luftfeuchtigkeit hat, kann in den Schaugewächshäusern exotische Pflanzen bewundern und sich fühlen wie auf einem Kurztrip in den Urwald. Neben dem Tropenhaus gibt es ein Farnhaus, ein Französisch-Guyana-Haus und ein Sukkulentenhaus mit riesigen Kakteen. Ein eigener Bereich der Gartenanlage ist den Heilpflanzen gewidmet. Doch Vorsicht: Einige davon sind giftig! Nicht so im Sinnesbeet: Dort ist Anfassen nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.
Gekürzter Auszug aus „Glücksorte in Freiburg“ von Kathrin Blum und Silke Kohlmann
Auf dem Leinpfad in Heidelberg
Das Beste an der Alten Brücke in Heidelberg ist der Blick auf sie von unten, entlang des Neuenheimer Nordufers. Dafür begibt man sich auf den 1,3 Kilometer langen und schmalen Leinpfad, der auf Augenhöhe mit dem Neckar verläuft. Start ist am Ausläufer der Neckarwiesen an der Theodor-Heuss-Brücke auf der Neuenheimer Seite (Alte Brücke Nord). Hier steigt man die Stufen von der Brücke hinunter auf den holprigen Leinpfad und kommt mit jedem Schritt etwas näher an die Klinkerbrücke aus Neckartäler Sandstein von 1788 heran. Sie schlägt über 200 Meter neun Bögen zwischen der Uferpromenade vom Stadtteil Neuenheim zur Altstadt. Etwa 400 Meter vor der Alten Brücke breitet sich der Pfad am Fluss aus, es wird grün und blumig. Betonelemente in der Wiese bieten den Freiluftgästen einen Sitzplatz. Wer seinem oder seiner Liebsten die Treue schwören mag, muss sich allerdings doch in die Massen stürzen: Oben am Brückenkopf wartet der Liebesstein auf neue Schlösser ewig Liebender. Wer noch mehr Glück braucht, schlendert über die Alte Brücke zur Altstadt und holt sich neben dem Brückentor beim Brückenaffen aus Bronze sein Glück und ein Selfie ab.
Gekürzter Auszug aus „Glücksorte in Heidelberg“ von Katja Edelmann
Der Blütenweg bei Sipplingen
Wenn nach den grauen Wintertagen endlich der Frühling an den Bodensee kommt, dann sollten Naturliebhabende einen Glücksort nicht auslassen: den Blütenweg zwischen Ludwigshafen und Sipplingen. Die drei Kilometer lassen sich gemütlich spazieren. Gleich vom Ortsausgang in Ludwigshafen Richtung Überlingen geht der Weg durch die Obstbäume. Hier sind es vermehrt Kirschbäume, die strahlend weiß blühen. Sipplingen ist für seinen Kirschenanbau weit bekannt. Nach etwa einem Kilometer steigt der Weg an und entfernt sich von der Straße. Ruhe kehrt ein und mit zunehmender Höhe öffnet sich dem Spaziergänger der Blick über den Überlinger See und bald weit hinaus auf den Obersee. Genussmenschen lassen sich Zeit und nutzen eine der zahlreichen Bänke, um dieses Glück länger auszukosten. Hier oben sind es jetzt Streuobstbäume, Apfel und Birne, die den Weg säumen und die Wiesen füllen. Wer es ganz gemütlich mag, nimmt dann von Sipplingen das Schiff zurück nach Ludwigshafen.
Gekürzter Auszug aus „Glücksorte am Bodensee“ von Thomas Blasche